Dudelsäcke existierten in Europa das ganze Mittelalter hindurch. Da sie jedoch schon sehr früh aus dem sakralen Raum verbannt wurden und somit vor allem im volksmusikalischen Zusammenhang gespielt wurden, gibt es, abgesehen von zahlreichen Ikonografienen, kaum aufschlussreiche Quellen, die eine Rekonstruktion, wie sie bei anderen Instrumentengruppen möglich ist, zulassen. Deshalb orientiert sich der moderne Dudelsackbau bei der Gestaltung der Mittelalterlichen Sackpfeife heute vor allem an der aktuellen Musizierpraxis und den individuellen Anforderungen der Musiker.

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Klang: 
Mittelalterliche Sackpfeifen hebt sich durch Ihren lauten satten Klang hervor. Damit sind sie vor allem für das Musizieren im Freien geeignet. Durch den ausgewogenen Zusammenklang von Bordunen und Spielpfeife ist die Mittelalterliche Sackpfeife ein hervorragendes Soloinstrument. Darüber hinaus spielt man diese Sackpfeife auch zusammen mit anderen lauten Instrumenten.

Bauweisen:
Die Mittelalterlichen Sackpfeife ist in der Regel eine mundgeblasene Sackpfeife mit konischer Spielpfeife und ein bis mehreren zylindrischen Bordunen. Spielpfeife, wie auch Bordune stecken jeweils in einem eigenen Stock.

Die Spielpfeife ist mit Doppelrohrblättern ausgestattet. Sie kann entweder in in offener - Blockflöten - Griffweise oder in halbgeschlossener - französischer - Griffweise gebaut werden, wobei sich die halbgeschlossene Griffweise durch ihre Tonstabilität und umfangreichere Chromatik auszeichnet. Haupttonarten sind G/C/a, A/D/a, C/F/d oder D/G/e. Darüber hinaus sind alle anderen Tonart möglich. Auf Wunsch kann der einfache Spielpfeifenstock durch einen individuell geschnitzter Kopf ausgetauscht werden.

Die Bordune sind im Oktav- oder Quintabstand und klanglich auf die Spielpfeife abgestimmt. Durch eine zusätzliche Bohrung kann der Bordun umgestimmt werden, wodurch sich das Tonartenspektrum erweitert. In der einfachen Bauweise, sind die Bordunstöcke so in den Ledersack eingebunden, dass die Bordune an die Schulter anliegen und nach hinten ragen.