Die Schäferpfeife gilt als deutscher Dudelsacktyp. Neben zahlreichen Ikonografien, ist vor allem die Beschreibung und Abbildung durch Michael Praetorius im Syntagma Musicum eine wichtige Quelle bei der Nachbildung der Schäferpfeife.

schaeferpfeifen

Klang:
Charakteristisch für die Schäferpfeife ihr kräftiger obertonreicher Klang. Durch feine Differenzierungen beim Bau der Spielpfeife und des Rohrblattes, ist es möglich Schäferpfeifen in unterschiedlichen Lautstärken herzustellen. Zum einen leisere Instrumente, die sich besonders für das Spiel in Räumen bzw. im Ensemble mit sanfteren Instrumenten eignen (neues Model mit leiserer Mensur und Bordune!!!). Schäferpfeifen mit mittlerer Lautstärke, die sowohl drinnen als auch draußen gespielt werden können und sich wunderbar in bal folk - Besetzungen einfügen. Und zum anderen lautere Instrumente, die sich auch beim Musizieren im Freien durchsetzten. Da die Bordune normalerweise nach vorn gerichtet sind, strahlen Melodie- und Bordunsound frontal ab und ergeben eine ausgewogene Klangmischung.

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Bauweisen: 
Die Schäferpfeife ist in der Regel eine mundgeblasene Sackpfeife mit konischer Spielpfeife und zwei zylindrischen Bordunen, die in einem gemeinsamen Stock zusammengefasst sind.

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Die Spielpfeife ist in der Regel eine mundgeblasene Sackpfeife mit konischer Spielpfeife und zwei zylindrischen Bordunen, die in einem gemeinsamen Stock zusammengefasst sind. Die Spielpfeife ist mit Doppelrohrblättern ausgestattet. Sie kann entweder in halbgeschlossener - französischer - Griffweise oder in offener - Blockflöten - Griffweise gebaut werden, wobei sich die halbgeschlossene Griffweise durch ihre Tonstabilität und umfangreichere Chromatik auszeichnet. Haupttonarten sind G/C oder die tieferen Stimmungen D/G bzw. C/F. Die Spielpfeife hat einen Tonumfang von 1,5 Oktaven.

Die Bordune sind im Oktav- oder Quintabstand und klanglich auf die Spielpfeife abgestimmt. Durch eine zusätzliche Bohrung kann der Bordun noch um einen Ton erhöht werden, wodurch sich das Tonartenspektrum erweitert. In der "klassischen" Bauweise, ist der Bordunstock so in den Ledersack eingebunden, dass die Bordune auf dem Sack aufliegen und nach vorn ragen. Es ist aber ebenso möglich, die Bordune so anzubringen, dass sie an die Schulter anlehnen.