Frankreich gilt als das Land mit den meisten Dudelsacktypen - "la pays du cornemuse". Die Cornemuse du Centre stammt aus den Regionen Berry, Bourbonnais, Nivernais und Morvan. Im Gegensatz zu Deutschland, kann Frankreich auf eine fast durchgehende Dudelsacktradition zurückblicken, so dass die Cornemuse du Centre ihren festen Platz im Instrumentarium der französischen traditionellen Musik hat.

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Klang:
Die Cornemuse du Centre hat einen kräftigen obertonreichen Klang und ist daher mit der Schäferpfeife vergleichbar. Durch ihre mittlere Lautstärke ist sie sowohl für das Musizieren im Raum, als auch für das Spiel im Freien geeignet. Im traditionellen Ensemble spielt die Cornemuse du Centre oft mit Drehleiern und Diatonischem Akkordeon zusammen. Aufgrund ihres strahlenden Klanges übernimmt sie bei mehrstimmiger Dudelsackmusik (mehrere Dudelsäcke in unterschiedlichen Stimmungen) oft die Hauptstimme.

Bauweisen:
Die Cornemuse du Centre ist eine mundgeblasene Sackpfeife mit konischer Spielpfeife und zwei zylindrischen Bordunen.

 petit musette

Die Spielpfeife ist mit Doppelrohrblättern ausgestattet und wird in halbgeschlossener - französischer - Griffweise gespielt. Ihr Tonumfang beträgt 1,5 Oktaven. Innerhalb dieses Bereiches stehen dem Spieler fast alle chromatischen Töne zur Verfügung. Am gebräuchlichsten ist die G/C-Stimmung (16 pouces), es gibt aber auch Instrumente in A/D (14 pouces) oder C/F (11 pouces) bzw. die tieferen Stimmung F/B (18 pouces).

Die Bordune haben Einfachrohrblätter. Sie sind im Oktavabstand und klanglich auf die Spielpfeife abgestimmt. Der kleinere Bordun verläuft parallel zur Spielpfeife, so dass die linke Hand über den Bordun hinweggreift. Spielpfeife und Bordun sind in einem gemeinsamen ovalen oder eckigen Stock zusammengefasst. Der große Bordun hat einen eigenen Stock. Er ruht auf der Schulter und ragt nach hinten.